Angefangen hat die ganze Reise in einem Straßenkaffe in Offenburg im Jahre 1993 - Zeitpunkt war ca. 7 Tage vor Beginn der Reise. Hier saßen nun Roland und ich bei einem gemütlichen Eis, oder war es doch ein Weizenbier, zusammen und unterhielten uns so über´s Reisen. Da Roland gerade sein Studium beendet hat und ich nach meinem Zivildienst auch etwas Zeit und Geld hatte, überkam uns die Idee gemeinsam nach Amerika zu reisen. Bereits zwei Tage später hatten wir die Tickets gebucht und 5 Tage später waren wir auch schon auf dem Weg nach San Francisco.

"Am 7.7.1993 starteten zwei wagemutigen Burschen , wir nennen sie Billy the Kid (alias Roland Bühler) und Butch Kassidy (alias Oliver Teufel) ihre 4 wöchige Reise um die unerschöpfliche Weite des amerikanischen Westens zu erforschen."      (Tagebucheintrag vom 7.7., nachfolgend TB-Eintrag genannt)

 

 

 

 

 

                                                                  

In San Francisco angekommen, war ich zuerst einmal überrascht, wie klein der Flughafen doch ist. Unglaublich!! Hier am Flughafen bekamen wir nach viel Diskussion auch unseren Mietwagen. Man wollte uns überreden unser gebuchtes Auto nicht zu nehmen und ein Upgrade für ein teureres Auto zu machen. Taten wir natürlich nicht! Letztendlich stellte sich dann raus, dass wir auch ohne Upgrade den teureren Wagen bekommen haben (die einfachen Autos waren schon alle weg). Am selben Abend fuhren wir direkt raus in die saftigen Hügel Kaliforniens in Richtung Yosemite Nationalpark.

"Wir kamen, ohne uns auch nur einen Meter zu verfahren, durch den Berufs-Feierabend- leck-mich-am-Arsch-Verkehr von San Francisco. Welch grandiose Fahr- und Kartenlesekunst." (TB-Eintrag vom 8.7.)

Irgendwo, in irgend einem klitzekleinen Örtchen fielen wir wegen des Jetlegs gegen 18.00 Uhr in unser Motelbett mit der Hoffnung, dass uns in diesem „gefährlichen Land“ das Auto nicht aufgebrochen wird.

Bereits um 6 Uhr morgens wurden wir wieder wach und als  wir unsere Sachen ins Auto brachten, stellten wir mit erschrecken fest, dass unser Auto gar keine Zentralverriegelung hatte und alle Türen die ganze Nacht offen standen. So viel zur „unser Auto könnte doch aufgebrochen werden“!

Die erste Nacht im Yosemite Nationalpark verbrachten wir im Süden des Nationalparks, der durch seine mächtigen Sequoia Bäume bekannt ist. Es ist schon wahnsinnig, wenn man druch den Wald läuft und diese bis zu 50 meter hohen Bäume betrachtet.

  

Ich finde aber, dass nicht die Höhe der Bäume das impo- santesten ist, sondern der Durchmesser ihres Stammes. Und so liefen unsere zwei Wildwest-Helden, die das Fährtenlesen nicht gerade erfunden haben, einen schönen einsamen Weg durch den Wald und bewunderten die Natur.

                 

 

" Wir waren zu Fuß unterwegs. Um wieder zurück zum Parkplatz zu gelangen schlug Billy the Kid (Roland) einen etwas unbetretenen Pfad (war es überhaupt ein Pfad?) vor. Glücklicherweise kam uns eine Parkrangerin entgegen und führte uns zurück auf den richtigen Weg. Ohne sie wären wir sicher noch immer in Richtung Kanada unterwegs" (TB-Eintrag vom 8.7.)

Die erste Nacht war für meinen Reisebegleiter nicht sehr angenehm, denn wir hatten noch keine Isomatten und mussten deshalb auf dem harten Zeltboden schlafen. Mitten in der Nacht verzog sich Roland ins Auto auf die weichen Sitze. An dieser Stelle möchte ich mal etwas grund- sätzliches zu den Nationalpark-Campingplätze sagen. Sie sind absolut klasse! Groß und mit einer Feuerstelle, einer Bank zu Sitzen und viel Platz fürs Zelt und Auto.  Auf dem Weg ins Yosemitetal solltet ihr auf jeden Fall einen Abstecher zu den Aussichtspunkten machen. Von dort hat man einen herrlichen Blick über das ganze Tal. Endlich im Tal angekommen ging unser erster Weg in ein Outdoor Laden um uns mit Isomatten und Kochgeschirr einzudecken. Superbillig in Amiland!! Zelt aufgebaut und los geht es auf eine Wanderung. Wer hier im Tal übernachtet der sollte sich auch die Zeit nehmen um eine der vielen kürzeren oder längeren Wanderungen zu laufen. Es lohnt sich. Wir entschieden uns für die Waterfalls-Wanderung, bei der es am Schluß anstrengend bergauf ging. Nach ca. 3 Stunden oben angekommen entschädigt der Blick über den Wasserfall und das Tal die vergangenen Anstrengungen.

   

          

                                                                                                 

"Wir standen direkt über dem Wasserfall und sahen sein eiskaltes Wasser 740 meter in die Tiefe stürzen". (TB-Eintrag vom 9.7.)

Um aus dem Yosemite NP Richtung Osten rauszufahren muss man den Tioga-Pass überqueren. Hier oben, wir befinden uns immerhin auf über 3000 Meter, liegt eine Landschaft wie man sie aus alten Cowboyfilmen kennt. Saftig grüne Wiesen mit vereinzelten Nadelbäumen. Hier denkt man auch, das jede Sekunde John Wayne auf seinem Pferd vorbei kommt und irgendwelche bösen Banditen erschießt! Zudem findet sich auf dem Weg zum Pass ein wunderschöner glasklarer scheißkalter Bergsee. Die Straße fast 2000 Höhenmeter kontinuierlich ab. Man kann die Vegitationsunterschiede auf der Fahrt nach unten deutlich erkennen. Unten angekommen erwartet einen nur noch trockenes Wüstengestrüpp. Etwas weiter nördlich der Straße aus dem Nationalpark befindet sich Bodie, eine uralte verlassene Goldgräberstadt. Früher lebte hier mehrer 10.000 Menschen, die alle auf der Jagd nach dem Glück waren. Heute besteht der Ort nur noch aus alten verlassenen Häusern und verrosteten Autos. Er ist aber auf jeden Fall einen Abstecher wert. Auf dem Weg zum Death Valley passierte dann noch.....

                                   

                                  

"13.17 Uhr begann ich wieder mit dem Autofahren. Keine 10 Minuten später fuhr ich mit 50Mph (Miles per hour), statt der vorgeschriebenen 25 Mph, und einem schnellen Fahrbahnwechsel in Beatty umher. Woher ich das so genau weiß? Tja, kurz nach der Tat sah ich in den Rückspiegel ein schwarzweises Auto mit komischen bunten Lichtern auf dem Dach. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich die Schrift, die auf dem Auto stand: NEVADA HIGHWAY PATROL. Ich also rechts rann und wartete geduldig bis der Polizist, wie ich es aus Filmen kannte, mit einer dunklen Sonnenbrile bekleidet, cool an mein Fenster kam und den Führerschein verlangte. Nach kurzer Aufklärung meiner Verstöße lies er uns Touris wieder weiterfahren!!" (TB-Eintrag vom 11.7.)

So nun aber weiter, um endlich ins Tal des Totes, ins Death Valley, zu fahren. Auf dem Weg Richtung Death Valley wird die Flora der umliegenden Berge und Gebiet immer spärlicher. Im Tal selbst wächst außer Salzkristallen nichts mehr. Selbst die Berge rundrumm sind blank wie ein Babypopo! Das schlimmste im Tal ist die mörderische Hitze. Ich konnte es am Anfang gar nicht glauben, dass es wirklich so heiß ist.

                             

Man denkt, dass man 30cm vor einem überdimensionalen Fön steht und dieser extrem heiße Luft bläst. Als wir auch in der einzigsten Oase eine Pause machten, wollte ich mal testen welche Temperatur das Wasser in einem kleinen Bächlein hatte. Wow, wenn ich Würstchen dabei gehabt hätte, wären sie in drei Minuten fertig gewesen. Superheiß das Wasser!

 

                                                                     

             

"Gegen 19.45 Uhr Ankunft in Las Vegas. Sofort ein Motel6 gesucht und gefunden und ab in´s Nachtleben von Vegas. Ich habe heute nur 5 Dollar, Roland 15 Dollar an den Slottmaschinen verspielt!" (TB-Eintrag vom 11.7.)

Schon von weitem sah man den Strip, die Prachtstraße in Las Vegas. Eigentlich ist Las Vegas nichts besonderes, denn die Stadt liegt mitten in der heißen Wüste  ohne nennenswerte Vegitation. Aber, und genau das ist das „aber“ auf das es ankommt, in der Stadt ist der Spielteufel los. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei Tage blieben wir in Vegas und nach kleineren Gewinnen verspielte auch ich etwas an Geld (wie viel wir an dieser Stelle nicht verraten).Wie in allen großen Städten wohnten wir in Vegas in einem Motel. Als kleiner Tipp für alle die ab und zu in Motels übernachten - versucht in jedem Motel zu handeln und erzählt dem Besitzer, dass der Preis im Motel nebenan (und es gibt immer ein Motel nebenan) billiger ist und ihr dort übernachten werdet. Leider haben wir viel zu spät gemerkt, dass dies funktioniert! Am ersten Tag schlenderten wir so durch Vegas, vorbei am Hard-Rock-Cafe, am Mirage Hotel, dem Splash, dem Circus-Circus, dem ......, was weiß ich wie die ganzen Hotels alle hießen.

Auf jeden Fall waren, und sind es rießige Gebäude, die alle durch solche Deppen wie uns, die ihr Geld in der Stadt und in den Kassinos lassen, gebaut werden können. Hier wird einem auch erst einmal deutlich, in wie weit die Stadt eine Geldmaschine ist. Leider nicht für alle Bewohner! Den gesamten nächsten Tag verbrachten wir dann auch nur mit Amüsieren, bzw. Spielen. Wir starteten gegen 2 Uhr am Mittag mit unserer ersten Spielhölle, um dann gegen Abend eine Tanzshow  im Splash (siehe Foto) zu besuchen.Wie durch einen Zufall bekamen wir einen Tisch direkt vor der Bühne und einen Tequilla-Sunrise dazu. Let the Show beginn! Bei der ersten Tanznummer, die aufgeführt wurde, tanzten ca. 12 junge hübsche Frauen nach einer ansprechenden Musik im Takt. Bei der zweiten Nummer tanzten die selben 12 hübschen Frauen, jetzt allerdings oben ohne, zur Musik. Roland und ich schauten uns etwas verwundert an! Ab der 3. Nummer begann dann die eigentliche Show, die aus Striptease und erotischem Tanz bestand. Hoppala, wir sind hier in eine Erotikshow geraten. Tja. leider mußten wir da jetzt durch und uns das Grauen ansehen. Nun gut so schlimm war es nicht!?  ;-)  Danach ging es wieder zurück zu unseren einarmigen Banditen um bis tief in die Nacht das restliche Geld zu verspielen.

              

 

"Um diesen Tag zu verkraften brauche ich sicher noch eine Weile. Zu sehr stürzte die Glitzerwelt mit ihren rießigen Neonreklameschildern und den über 80.000 einarmigen Banditen des Spielerparadieses Las Vegas auf mich ein. Ab heute weiß ich,wieso so viel Menschen durch Glücksspiel arm geworden sind! Satz des Tages: Was nützt diese Stadt der Welt?" (TB-Eintrag vom 12.7.)

            

Auf unserem Weg  in den Zion Canyon machten wir noch schnell einen kurzen Halt um uns den beeindruckenden Hooverdamm anzuschauen. Nun aber weiter in den nächsten Nationalpark! Der Zion Nationalpark besticht durch seine steilen glutroten Felsformationen die den Canyon umgeben. Dieser Nationalpark ist zwar sehr klein, aber desto angenehmer ist die Atmosphäre dort. Hier möchte ich auch jedem Leser eine besondere Wanderung empfehlen - die „Angels Landing Wanderung“. Ich sollte fairerweise dazu sagen, dass diese Wanderung wirklich nur schwindelfreie Personen wandern sollten,

denn am Ende der Wanderung muss man einen ca. einen Meter breiten, links und rechts ca. 300 Meter abfallenden, nur mit einer Kette gesicherten Grat überwandern. Ein saugeiles Gefühl, das jeder, der schwindelfrei ist, absolut bestätigen wird. Falls ihr diese Wanderung nicht machen wollt, gibt es genügend kleiner Wanderungen im Nationalpark. Oder ihr versucht so weit wie möglich dem Flusslauf, der immer enger und enger wird, zu folgen. Nächster Nationalpark auf unserer Reise sollte der Bryce Canyon, ein wirklich kleiner Nationalpark sein. Leider versäumen es viele Touristen in den Nationalpark auch reinzuwandern. Sie parken kurz am Besucherparkplatz, schauen sich schnell mal das Naturwunder von oben an und das war es dann auch. Schade, denn  seine Schönheit zeigt der Park nur wenn man sich auch Zeit nimmt um in die fremde Welt einzutauchen.IIch selbst kam mir vor als wäre ich auf einem anderen Planeten, umringt von kuriosen Steinformationen. Ein wirklich schöner und spektakulärer Nationalpark.

"Bezaubernde Märchenwelt im Bryce Canyon. Auffallend im  Indianergebiet sind die vielen Verkaufsstände der Navajos und bei jeder, noch so kleinen und einsamen Wohnhütte, hängt ein hölzener Basketballkorb. Ich glaube hier isnd alle Basketballverückt." (TB-Eintrag vom 15.7.)

   

 

 

                                                                    

Die weitere Strecke zum Monument Valley zog sich sehr lange hin. Stundenlang führte die Straße, ohne nennenswerte Kurven, immer geradeaus durch die trockene aber schöne Gegend. Hier entdeckten wir auch einen Tempomat an unserem Auto, welcher sich auf sehr geraden Strecken als äußerst hilfreich erwies.Zum Monument Valley wollte ich aber unbedingt, denn dieser Nationalpark war für mich der Inbegriff für all die Westernfilme die ich im Fernsehen als Kind gesehen habe. In diesen Filmen ritten die Cowboys immer vor den majestätischen Bergen des Monument Valleys umher.

              

Und diese sind wirklich majestätisch und unglaublich, denn wie die einzelnen Berge aus dem Boden rausgewachsen dastehen ist schon sehr beeindruckend. Manchmal fragt man sich schon, was sich die Natur bei so manchen Dingen gedacht hat. Und wie gesagt, für mich hat sich die weite Anfahrt auf jeden Fall gelohnt. Doch wer in die eine Richtung weit fahren muss, der muss auch wieder zurück.

Und so fuhren und fuhren und fuhren wir, bis das Land vor uns auf einmal 2000 Meter in die Tiefe abbrach. Wir waren am Grand Canyon, dem größten Canyon der Welt! Und das urplötzlich! In meinen Augen ist das nämlich das beeindruckendste des Grand Canyons. Oftmals fährt man ein Gebirge rauf um dann oben angekommen dessen Tiefe erkennen zu können. Hier am Grand Canyon fährt man wirklich die ganze Zeit auf absolut flachen Gelände und auf einmal bricht der Boden 2000 Meter in die Tiefe. Unbeschreiblich!

                                           

Am nächsten Morgen buchten wir auch einen Hubschrauberrundflug über den Canyon- scheißteuer und nicht weiter zu empfehlen, da der Hubschrauber nur sehr weit oben flog. Gegen 11 Uhr starteten wir auch unsere Wanderung runter zum Fluss. Abwärts ging es im Laufschritt, kurze Pause um dann bis vor zum Aussichtspunkt. Da wir etwas spät losgegangen waren hatten wir auch keine Zeit um bis zum Fluß runter zu laufen. Im nachhinein war es aber auch gut so, denn die Strecke (20 Kilometer auf 1200 Höhenmeter) hatte es auch so schon in sich (plus ca. 50 Grad in der Wand). Auch hier am Grand Canyon gibt es sehr viele Touris, die nur ein paar Stunden im Nationalpark sind, und sich die hochspektakuläre Landschaft nur vom Besucherparkplatz ansehen. Tut das nicht! Nehmt euch die Zeit durch die verschiedenen Gesteinschichten der Jahrmillionen zu wandern, denn wie bei allem  „nur durch Ansehen spürt man  die Natur nicht, man muss sie erleben“. Tja auf dem Rückweg trennten sich die Wege von Roland und mir, da Roland etwas fitter war als ich und mein Aufstiegstempo für ihn zu langsam war.

       

Zu mir gesellte sich Fritz, ein Österreicher der schon seit 11 Jahren in Amerika lebt. Er hatte das gleiche Tempo wie ich und sagte mir sehr weise Worte, die mir mein Leiden erleichtern sollten: „Ich wohne seit 11 Jahren in Amerika und wandere jedes Jahr einmal zum Fluß runter und wieder hoch. Jedes Jahr kotzt es mich an, bin total kaputt und schwöre mir es nie wieder zu tun. Aber jedes Jahr muss ich zurück zum Grand Canyon und laufe es trotzdem wieder“.

So kämpften wir uns gemeinsam zu Ausgangspunkt zurück. Meine Hoffnung, dass mich  Roland am Ziel mit einem Budweiser-Bier empfängt wurde je zerstört, als ich ihn winkend mit einer Cola Dose in der Hand sah!

"Nur auf dem obersten Rand des Grand Canyons zu stehen bringt gar nichts. Nur wer den beschwerlichen Weg im Canyon gegangen ist, den belohnt die Natur mit der freien Sicht auf den Colorado-River. Auch wenn es ein sehr schwerer Aufstieg war, freut es mich, dass ich die 20 km geschafft habe!" (TB-Eintrag vom 17.7.)

Nach über 2 Wochen Wüste und Staub mussten wir uns wieder auf den Weg Richtung Westküste machen. Abgesehen von der berühmten Route 66 haben wir nichts wirklich interessantes passiert. Auch die Route 66 besticht eigentlich nur durch nichts. Genau, durch nichts, denn alles was einmal zu dieser Straße, die Chicago mit Los Angeles verbunden hat, gehörte, ist jetzt runtergekommen und verfallen. Motels, Tankstellen, Geschäfte, alles was man sich nur vorstellen kann steht verrottet und verwahrlost am Straßenrand. Naja, aber auf  jeden Fall  sind wir auf der berühmten Straße gefahren.

 

 

                                                                          

"Endlich sind wir da! Die frische Meeresluft ist gleich zu spüren. Nach 2 Wochen Wüstengebiet stehen uns noch 2 Wochen Sonne, Sand, Surfen, Fun und wenig Fahrzeit entgegen". (TB-Eintrag vom 20.7.)

                              

Nächste Station war dann San Diego, die sehr spanisch angehauchte Stadt an der Grenze zu Mexico. An dieser Stelle berichte ich euch von meinem Besuch in Sea-World, von dem ich mich aber heute distanziere. Heutzutage würde ich keinen Zoo oder Tierpark mehr unterstützen, der nach meiner Meinung Meeresbewohner, wie den Killerwal, in viel zu kleinen Becken hält. Im Sea-World sieht man dann auch allerlei spektakuläre Tiershows mit Delphinen, Seehunden und der Hauptatraktion, Shamo-der Killerwal. In San Diego fragte ich auch einen Amerikaner wie weit es den nach Lös Angeles wäre. Seine Antwort lautete: 100 km, was mich darin bestärkte, dass wir in ca. 1 Stunde in L.A. sein würden. Aber falsch gedacht, denn man ist nach ca. 100 km eigentlich in Los Angeles, hat aber das Stadtzentrum dieser rießigen Stadt noch lange nicht erreicht. Zuerst muß man sich nochmals 80!!!, ja, richtig gelesen, 80! km durch mehrspurige Autobahnen quälen.

"Wir nähern uns den Vororten L.A.s. Die Autobahnen werden dicker und breiter, die Luft dafür dünner und stinkender. Als wir an Downtown vorbeifahren müssen wir schon zweimal hinschauen, um die Hochhäuser im Smog zu erkennen. Unglaublich groß ist Los Angeles. Dazu der Blechlawinenverkehr und die graue Dunstglocke, die über der Stadt schwebt. Bis jetzt habe ich noch nichts Schönes von der Stadt gesehen. (TB-Eintrag vom 21.7.)

Nach der Übernachtung in einem Motel etwas außerhalb der Stadt, verbrachten wir den gesamten nächsten Tag in den Universal Studios. Was einem dort alles geboten wird, ist mit Worten fast nicht zu beschreiben. Angefangen von einer interessanten Studiofahrt vorbei an dem „Psychohaus“, „Zurück in die Zukunft-Rathaus“, „dem weißen Hai“, „Erdbeben“, und... Wie gesagt man kann es gar nicht alles aufzählen. Zudem gibt es in den Studios noch unzählige Stunt-Shows (Maimi-Vice,Western, Conen der Barbar) die man besuchen kann.Insgesamt hat sich der Besuch im Studio sehr gelohnt, da man neben den ganzen Shows auch als Zuschauer bei verschiedenen Programmaufzeichnungen zusehen konnte. Der nächste Tag stand im Zeichen des Sightseeings: die Hollywood Hills mit ihren spektakulären Villen mitten in den Bergen, der Sunsetstrip, Beverly Hills, Melroseplace, das Chinese Theatre mit den original Handabdrücken der richtig berühmten Stars und natürlich dem Walk of fame.Das sind auf verschiedenen Straßen verteilte Sterne für angeblich berühmt Menschen aus Film, Funk und Musik. Naja, zum einen liegen diese Sterne in sehr dreckigen und ungepflegten Straßen und zum anderen habe ich so viele Namen auf den Sternen gelesen, die ich noch nie im Leben gehört habe. Irgendwie scheint fast jeder Depp so einen Stern zu bekommen!!

Was auf jeden Fall ein muß in L.A. ist, ist der Besuch der Strände, allen voran „Venice Beach“. Eine Ansammlung von Touris, Bekloppten, Sportverrückten, Gauglern, Jongleuren und natürlich unseren zwei Helden. Aber es ist wirklich sehr interessant sich einfach ein Fahrrad oder Inliner  auszuleihen und am Strand auf und ab zu fahren und die Atmosphäre aufzusaugen. Sehr empfehlenswert!

"Seit 7 Tagen haben wir nun einen bewölkten Himmel. Hat es gestern morgen noch geregnet, so haben wir heute Glück, denn es nieselt nur!!....und so suchen unsere zwei strandhungrigen Burschen immer noch nach den ersten warmen Sonnestrahlen. Werden sie jemals den Sonnenuntergang über dem Pazifik sehen?" (TB-Eintrag vom 27.7.) "Endlich ist sie da, die langersehnte Sonne. Wir werden deshalb auch die nächsten Tage hier in Santa Cruz bleiben und uns am Strand vergnügen." (TB-Eintrag vom 29.7.)

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Und dann ging es endlich nach San Francisco. Dort wohnten wir etwas außerhalb um uns die teuren Motels in der Stadt zu ersparen.

                                      

Die Stadt selbst ist meiner Meinung nach die Schönste die wir auf unserer Reise gesehen haben. Mehr noch als die Architektur besticht die Stadt durch ihr multikulturelles Flair. Man findet hier fast alle Gruppierungen ( China Town, Russian Town, Japanese Town, etc) Und in dieser Stadt wurde ein weitere Traum von mir, neben dem Grand Canyon, Wirklichkeit. Endlich überfuhren wir die Golden Gate Bridge bei herrlichem Sonnenschein. Ein unbeschreibliches Gefühl. Von den dahinterliegenden Bergen hat man dann auch einen wundevollen Blick auf die Brücke und die dahinterliegende Stadt.

"Den ersten Eindruck den ich von San Francisco habe ist toll. Wir sahen von der Golden Gate Bridge Downtown und Alcatraz. Außerdem ist das Wetter hier 15 Grad wärmer als sonst in San Francisco und heute gab es einen neuen Hitzerekord. Ich denke das die Stadt noch viel zu entdecken bietet!" (TB-Eintrag vom 31.7.)

           

     

           

     

Und so war es auch: Die letzten Tage genossen wir mit Bummeln und Faulenzen in der Stadt und im Golden Gate Park. Ich kann auch nur jedem empfehlen, der an einem Wochenende in San Francisco ist, sich den Golden Gate Park anzusehen. Überall trefen sich die Menschen zum BBQ oder zum Sport. Einfach herrlich entspannend. Und durch Chinatown muß man! Allerdings sollte man nicht auf der Hauptstraße entlang laufen, sondern vielmehr ein paar Straßen neben der Haupt-Touristraße gehen, denn da entdeckt man wirklich keinen anderen Menschen als kleine Chinesen. Außerdem verschwinden die amerikanischen Schriftzeichen an den Geschäften. Man fühlt sich wie in China!!

            

"Unglaublich, dass 4 Wochen schon vorbei sind! Die vergangenen 4 Wochen waren landschaftlich sehr beeindruckend für mich. Ich sah unglaubliche Canyons, Bergpanoramen, Wüsten und schöne Städte. Über die Menschen in Amerika kann ich nicht allzu viele sagen. Ích hatte aber den Eindruck, dass sie zwar sehr nett, aber leicht oberflächlich sind. Klasse war auch die Spontaneität, mit der Roland und ich die Reise planten, bzw. überhaupt buchten. Manchmal ist es wirklich am Besten ohne Reisführer in ein Land zu fahren und sich einfach treiben zu lassen. Ich würde mir gerne vornehmen, die gleiche Reise in 5 Jahren nocheinmal erleben zu können!  Bis dann Amerika"

(letzter Tagebucheintrag vom 5.8.1993)

Oliver Teufel

                                      

Ergänzung: nach unserer Rückkehr mußten Roland und ich noch  mit dem Zug nach Offenburg fahren. Am Offenburger Bahnhof standen dann aber als Überraschung einige meiner Freunde und empfingen uns mit einem selbstgedichteten Lied, das "Zurück aus Kalifornien" hieß und auf die Melodie von "über den Wolken" gespielt wurde. Sehr geil das Ganze! Im Anschluß ging es in unseren Garten, wo wir dann die ganze Nacht (für Roland und mich wegen des Jetlegs kein Problem) mit Schnitzel und Bier durchfeierten.

Thanks to all my friends!!!