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In San Francisco angekommen, war ich zuerst einmal
überrascht, wie klein der Flughafen doch ist. Unglaublich!! Hier am Flughafen
bekamen wir nach viel Diskussion auch unseren Mietwagen. Man wollte uns
überreden unser gebuchtes Auto nicht zu nehmen und ein Upgrade für ein teureres
Auto zu machen. Taten wir natürlich nicht! Letztendlich stellte sich dann raus,
dass wir auch ohne Upgrade den teureren Wagen bekommen haben (die einfachen
Autos waren schon alle weg). Am selben Abend fuhren wir direkt raus in die
saftigen Hügel Kaliforniens in Richtung Yosemite Nationalpark.
"Wir kamen, ohne uns auch nur einen Meter zu verfahren,
durch den Berufs-Feierabend- leck-mich-am-Arsch-Verkehr von San Francisco. Welch
grandiose Fahr- und Kartenlesekunst." (TB-Eintrag vom 8.7.)
Irgendwo, in irgend
einem klitzekleinen Örtchen fielen wir wegen des Jetlegs gegen 18.00 Uhr in
unser Motelbett mit der Hoffnung, dass uns in diesem „gefährlichen Land“ das
Auto nicht aufgebrochen wird.
Bereits um 6 Uhr morgens wurden wir wieder wach
und als wir unsere Sachen ins Auto
brachten, stellten wir mit erschrecken fest, dass unser Auto gar keine
Zentralverriegelung hatte und alle Türen die ganze Nacht offen standen. So viel
zur „unser Auto könnte doch aufgebrochen werden“!
Die erste Nacht im Yosemite Nationalpark verbrachten wir im
Süden des Nationalparks, der durch seine mächtigen Sequoia Bäume bekannt ist.
Es ist schon wahnsinnig, wenn man druch den Wald läuft und diese bis zu 50 meter
hohen Bäume betrachtet.
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Ich finde aber, dass nicht die Höhe der Bäume das
impo- santesten ist, sondern der Durchmesser ihres Stammes. Und so liefen unsere
zwei Wildwest-Helden, die das Fährtenlesen nicht gerade erfunden haben, einen
schönen einsamen Weg durch den Wald und bewunderten die Natur.

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| "
Wir waren zu Fuß unterwegs. Um wieder zurück zum Parkplatz zu gelangen
schlug Billy the Kid (Roland) einen etwas unbetretenen Pfad (war
es überhaupt ein Pfad?) vor. Glücklicherweise kam uns eine Parkrangerin
entgegen und führte uns zurück auf den richtigen Weg. Ohne sie wären
wir sicher noch immer in Richtung Kanada unterwegs" (TB-Eintrag
vom 8.7.)
Die erste Nacht war für meinen Reisebegleiter nicht sehr
angenehm, denn wir hatten noch keine Isomatten und mussten deshalb auf dem harten
Zeltboden schlafen. Mitten in der Nacht verzog sich Roland ins Auto auf die
weichen Sitze. An dieser Stelle möchte ich mal etwas grund- sätzliches zu
den Nationalpark-Campingplätze sagen. Sie sind absolut klasse! Groß und mit einer Feuerstelle, einer Bank
zu Sitzen und viel Platz fürs Zelt und Auto. Auf dem Weg ins Yosemitetal solltet ihr auf jeden Fall einen
Abstecher zu den Aussichtspunkten machen. Von dort hat man einen herrlichen
Blick über das ganze Tal. Endlich im Tal angekommen ging unser erster Weg in
ein Outdoor Laden um uns mit Isomatten und Kochgeschirr einzudecken.
Superbillig in Amiland!! Zelt aufgebaut und los
geht es auf eine Wanderung. Wer hier
im Tal übernachtet der sollte sich auch die Zeit nehmen um eine der vielen
kürzeren oder längeren Wanderungen zu laufen. Es lohnt sich. Wir entschieden
uns für die Waterfalls-Wanderung, bei der es am Schluß anstrengend bergauf ging.
Nach ca. 3 Stunden oben angekommen entschädigt der Blick über den Wasserfall
und das Tal die vergangenen Anstrengungen.
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| "Wir
standen direkt über dem Wasserfall und sahen sein eiskaltes Wasser
740 meter in die Tiefe stürzen". (TB-Eintrag vom 9.7.)
Um aus dem Yosemite NP Richtung Osten rauszufahren muss man den
Tioga-Pass
überqueren. Hier oben, wir befinden uns immerhin auf über 3000 Meter, liegt
eine Landschaft wie man sie aus alten Cowboyfilmen kennt. Saftig grüne Wiesen
mit vereinzelten Nadelbäumen. Hier denkt man auch, das jede Sekunde John Wayne
auf seinem Pferd vorbei kommt und irgendwelche bösen Banditen erschießt! Zudem
findet sich auf dem Weg zum Pass ein wunderschöner glasklarer scheißkalter
Bergsee. Die Straße fast 2000 Höhenmeter kontinuierlich ab. Man kann die
Vegitationsunterschiede auf der Fahrt nach unten deutlich erkennen. Unten
angekommen erwartet einen nur noch trockenes Wüstengestrüpp. Etwas weiter
nördlich der Straße aus dem Nationalpark befindet sich Bodie, eine uralte
verlassene Goldgräberstadt. Früher lebte hier mehrer 10.000 Menschen, die alle
auf der Jagd nach dem Glück waren. Heute besteht der Ort nur noch aus alten
verlassenen Häusern und verrosteten Autos. Er ist aber auf jeden Fall einen
Abstecher wert. Auf dem Weg zum Death Valley passierte dann noch.....
"13.17 Uhr begann ich wieder mit dem Autofahren.
Keine 10 Minuten später fuhr ich mit 50Mph (Miles per hour), statt
der vorgeschriebenen 25 Mph, und einem schnellen Fahrbahnwechsel
in Beatty umher. Woher ich das so genau weiß? Tja, kurz nach der
Tat sah ich in den Rückspiegel ein schwarzweises Auto mit komischen
bunten Lichtern auf dem Dach. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich
die Schrift, die auf dem Auto stand: NEVADA HIGHWAY PATROL. Ich also
rechts rann und wartete geduldig bis der Polizist, wie ich es aus
Filmen kannte, mit einer dunklen Sonnenbrile bekleidet, cool an
mein Fenster kam und den Führerschein verlangte. Nach kurzer Aufklärung
meiner Verstöße lies er uns Touris wieder weiterfahren!!" (TB-Eintrag
vom 11.7.)
So nun
aber weiter, um endlich ins Tal des Totes, ins Death Valley, zu fahren. Auf dem
Weg Richtung Death Valley wird die Flora der umliegenden Berge und Gebiet immer
spärlicher. Im Tal selbst wächst außer Salzkristallen nichts mehr. Selbst die
Berge rundrumm sind blank wie ein Babypopo! Das schlimmste im Tal ist die
mörderische Hitze. Ich konnte es am Anfang gar nicht glauben, dass es wirklich
so heiß ist. |
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| Man denkt, dass man 30cm vor einem überdimensionalen
Fön steht und dieser extrem heiße Luft bläst. Als wir auch in der einzigsten
Oase eine Pause machten, wollte ich mal testen welche Temperatur das Wasser in
einem kleinen Bächlein hatte. Wow, wenn ich Würstchen dabei gehabt hätte, wären
sie in drei Minuten fertig gewesen. Superheiß das Wasser!
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"Gegen
19.45 Uhr Ankunft in Las Vegas. Sofort ein Motel6 gesucht und gefunden
und ab in´s Nachtleben von Vegas. Ich habe heute nur 5 Dollar, Roland
15 Dollar an den Slottmaschinen verspielt!" (TB-Eintrag vom
11.7.)
Schon von weitem
sah man den Strip, die Prachtstraße in Las Vegas. Eigentlich ist Las Vegas
nichts besonderes, denn die Stadt liegt mitten in der heißen Wüste ohne nennenswerte Vegitation. Aber, und genau
das ist das „aber“ auf das es ankommt, in der Stadt ist der Spielteufel los.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei Tage blieben wir in Vegas und nach
kleineren Gewinnen verspielte auch ich etwas an Geld (wie viel wir an dieser
Stelle nicht verraten).Wie in allen großen Städten wohnten wir in Vegas in
einem Motel. Als kleiner Tipp für alle die ab und zu in Motels übernachten -
versucht in jedem Motel zu handeln und erzählt dem Besitzer, dass der Preis im
Motel nebenan (und es gibt immer ein Motel nebenan) billiger ist und ihr dort
übernachten werdet. Leider haben wir viel zu spät gemerkt, dass dies
funktioniert! Am ersten Tag schlenderten wir so durch Vegas, vorbei am
Hard-Rock-Cafe, am Mirage Hotel, dem Splash, dem Circus-Circus, dem ......,
was weiß ich wie die ganzen Hotels alle hießen.
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Auf jeden Fall waren, und sind
es rießige Gebäude, die alle durch solche Deppen wie uns, die ihr Geld in der
Stadt und in den Kassinos lassen, gebaut werden können. Hier wird einem auch
erst einmal deutlich, in wie weit die Stadt eine Geldmaschine ist. Leider nicht
für alle Bewohner! Den gesamten nächsten Tag verbrachten wir dann auch nur mit
Amüsieren, bzw. Spielen. Wir starteten gegen 2 Uhr am Mittag mit unserer ersten
Spielhölle, um dann gegen Abend eine Tanzshow im Splash (siehe Foto) zu besuchen.Wie durch einen
Zufall bekamen wir einen Tisch direkt vor der Bühne und einen Tequilla-Sunrise
dazu. Let the Show beginn!
Bei
der ersten Tanznummer, die aufgeführt wurde, tanzten ca. 12 junge hübsche Frauen nach
einer ansprechenden Musik im Takt. Bei der zweiten Nummer tanzten die selben 12
hübschen Frauen, jetzt allerdings oben ohne, zur Musik. Roland und ich schauten
uns etwas verwundert an! Ab der 3. Nummer begann dann die eigentliche Show, die
aus Striptease und erotischem Tanz bestand. Hoppala, wir sind hier in eine
Erotikshow geraten. Tja. leider mußten wir da jetzt durch und uns das Grauen
ansehen. Nun gut so schlimm war es nicht!?
;-) Danach ging es wieder zurück zu unseren einarmigen Banditen
um bis tief in die Nacht das restliche Geld zu verspielen.
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| "Um
diesen Tag zu verkraften brauche ich sicher noch eine Weile. Zu
sehr stürzte die Glitzerwelt mit ihren rießigen Neonreklameschildern
und den über 80.000 einarmigen Banditen des Spielerparadieses Las
Vegas auf mich ein. Ab heute weiß ich,wieso so viel Menschen durch
Glücksspiel arm geworden sind! Satz des Tages: Was nützt diese Stadt
der Welt?" (TB-Eintrag vom 12.7.)
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Auf unserem Weg in
den Zion Canyon machten wir noch schnell einen kurzen Halt um uns den
beeindruckenden Hooverdamm anzuschauen. Nun aber weiter in den nächsten Nationalpark!
Der Zion Nationalpark besticht durch seine steilen glutroten
Felsformationen die den Canyon umgeben. Dieser Nationalpark ist zwar sehr klein,
aber desto angenehmer ist die Atmosphäre dort. Hier möchte ich auch jedem Leser
eine besondere Wanderung empfehlen - die „Angels Landing Wanderung“. Ich sollte
fairerweise dazu sagen, dass diese Wanderung wirklich nur schwindelfreie Personen
wandern sollten,
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denn am Ende der Wanderung muss man einen ca. einen Meter
breiten, links und rechts ca. 300 Meter abfallenden, nur mit einer Kette
gesicherten Grat überwandern. Ein saugeiles Gefühl, das jeder, der
schwindelfrei ist, absolut bestätigen wird. Falls ihr diese Wanderung nicht
machen wollt, gibt es genügend kleiner Wanderungen im Nationalpark. Oder ihr
versucht so weit wie möglich dem Flusslauf, der immer enger und enger wird, zu
folgen. Nächster Nationalpark auf
unserer Reise sollte der Bryce Canyon, ein wirklich kleiner Nationalpark sein.
Leider versäumen es viele Touristen in den Nationalpark auch reinzuwandern. Sie
parken kurz am Besucherparkplatz, schauen sich schnell mal das Naturwunder von
oben an und das war es dann auch. Schade, denn
seine Schönheit zeigt der Park nur wenn man sich auch Zeit
nimmt um in die fremde Welt einzutauchen.IIch selbst kam mir vor als wäre ich
auf einem anderen Planeten, umringt von kuriosen Steinformationen. Ein
wirklich schöner und spektakulärer Nationalpark.
"Bezaubernde
Märchenwelt im Bryce Canyon. Auffallend im Indianergebiet
sind die vielen Verkaufsstände der Navajos und bei jeder, noch so
kleinen und einsamen Wohnhütte, hängt ein hölzener Basketballkorb.
Ich glaube hier isnd alle Basketballverückt." (TB-Eintrag vom
15.7.)
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Die weitere Strecke zum Monument Valley zog sich sehr lange
hin. Stundenlang führte die Straße, ohne nennenswerte Kurven, immer geradeaus
durch die trockene aber schöne Gegend. Hier entdeckten wir auch einen Tempomat
an unserem Auto, welcher sich auf sehr geraden Strecken als äußerst hilfreich
erwies.Zum Monument Valley wollte ich aber unbedingt, denn dieser
Nationalpark war für mich der Inbegriff für all die Westernfilme die ich im
Fernsehen als Kind gesehen habe. In diesen Filmen ritten die Cowboys immer vor
den majestätischen Bergen des Monument Valleys umher.
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Und diese sind wirklich
majestätisch und unglaublich, denn wie die einzelnen Berge aus
dem Boden rausgewachsen dastehen ist schon sehr beeindruckend. Manchmal fragt
man sich schon, was sich die Natur bei so manchen Dingen gedacht hat. Und wie
gesagt, für mich hat sich die weite Anfahrt auf jeden Fall gelohnt. Doch wer in
die eine Richtung weit fahren muss, der muss auch wieder zurück.
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Und so fuhren
und fuhren und fuhren wir, bis das Land vor uns auf einmal 2000 Meter in die
Tiefe abbrach. Wir waren am Grand Canyon, dem größten Canyon der Welt! Und das
urplötzlich! In meinen Augen ist das nämlich das beeindruckendste des Grand
Canyons. Oftmals fährt man ein Gebirge rauf um dann oben angekommen dessen
Tiefe erkennen zu können. Hier am Grand Canyon fährt man wirklich die ganze
Zeit auf absolut flachen Gelände und auf einmal bricht der Boden 2000 Meter in
die Tiefe. Unbeschreiblich!
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Am nächsten Morgen buchten wir auch einen
Hubschrauberrundflug über den Canyon- scheißteuer und nicht weiter zu
empfehlen, da der Hubschrauber nur sehr weit oben flog. Gegen 11 Uhr starteten wir auch unsere Wanderung runter zum Fluss.
Abwärts ging es im Laufschritt, kurze Pause um dann bis vor zum Aussichtspunkt.
Da wir etwas spät losgegangen waren hatten wir auch keine Zeit um bis zum Fluß
runter zu laufen. Im nachhinein war es aber auch gut so, denn die Strecke (20
Kilometer auf 1200 Höhenmeter) hatte es auch so schon in sich (plus ca. 50 Grad
in der Wand). Auch hier am Grand
Canyon gibt es sehr viele Touris, die nur ein paar Stunden im Nationalpark
sind, und sich die hochspektakuläre Landschaft nur vom Besucherparkplatz
ansehen. Tut das nicht! Nehmt euch die Zeit durch die verschiedenen Gesteinschichten
der Jahrmillionen zu wandern, denn wie bei allem „nur durch Ansehen spürt
man die Natur nicht, man muss sie
erleben“. Tja auf dem Rückweg trennten sich die Wege von Roland und mir, da
Roland etwas fitter war als ich und mein Aufstiegstempo für ihn zu langsam war.
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Zu mir gesellte sich Fritz, ein Österreicher der schon seit 11 Jahren in Amerika
lebt. Er hatte das gleiche Tempo wie ich und sagte mir sehr weise Worte, die
mir mein Leiden erleichtern sollten: „Ich wohne seit 11 Jahren in Amerika und
wandere jedes Jahr einmal zum Fluß runter und wieder hoch. Jedes Jahr kotzt es
mich an, bin total kaputt und schwöre mir es nie wieder zu tun. Aber jedes Jahr
muss ich zurück zum Grand Canyon und laufe es trotzdem wieder“.
So kämpften wir uns gemeinsam zu Ausgangspunkt zurück. Meine
Hoffnung, dass mich Roland am Ziel mit
einem Budweiser-Bier empfängt wurde je zerstört, als ich ihn winkend mit einer
Cola Dose in der Hand sah!
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| "Nur
auf dem obersten Rand des Grand Canyons zu stehen bringt gar nichts.
Nur wer den beschwerlichen Weg im Canyon gegangen ist, den belohnt
die Natur mit der freien Sicht auf den Colorado-River. Auch wenn
es ein sehr schwerer Aufstieg war, freut es mich, dass ich die 20
km geschafft habe!" (TB-Eintrag vom 17.7.)
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| Nach über 2 Wochen Wüste und Staub mussten wir uns
wieder auf den Weg Richtung Westküste machen. Abgesehen von der berühmten Route
66 haben wir nichts wirklich interessantes passiert. Auch die Route 66 besticht
eigentlich nur durch nichts. Genau, durch nichts, denn alles was einmal zu
dieser Straße, die Chicago mit Los Angeles verbunden hat, gehörte, ist jetzt
runtergekommen und verfallen. Motels, Tankstellen, Geschäfte, alles was man
sich nur vorstellen kann steht verrottet und verwahrlost am Straßenrand. Naja,
aber auf jeden Fall sind wir auf der berühmten Straße gefahren. |
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"Endlich sind wir da! Die frische Meeresluft ist gleich zu spüren.
Nach 2 Wochen Wüstengebiet stehen uns noch 2 Wochen Sonne, Sand,
Surfen, Fun und wenig Fahrzeit entgegen". (TB-Eintrag vom 20.7.)

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| Nächste Station war dann San Diego, die sehr
spanisch angehauchte Stadt an der Grenze zu Mexico. An dieser Stelle berichte
ich euch von meinem Besuch in Sea-World, von dem ich mich aber heute
distanziere. Heutzutage würde ich keinen Zoo oder Tierpark mehr unterstützen,
der nach meiner Meinung Meeresbewohner, wie den Killerwal, in viel zu kleinen
Becken hält. Im Sea-World sieht man dann auch allerlei spektakuläre Tiershows
mit Delphinen, Seehunden und der Hauptatraktion, Shamo-der Killerwal. In San Diego fragte ich auch einen Amerikaner wie
weit es den nach Lös Angeles wäre. Seine Antwort lautete: 100 km, was mich darin
bestärkte, dass wir in ca. 1 Stunde in L.A. sein würden. Aber falsch gedacht,
denn man ist nach ca. 100 km eigentlich in Los Angeles, hat aber das
Stadtzentrum dieser rießigen Stadt noch lange nicht erreicht. Zuerst muß man
sich nochmals 80!!!, ja, richtig gelesen, 80! km durch mehrspurige Autobahnen
quälen. |
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"Wir
nähern uns den Vororten L.A.s. Die Autobahnen werden dicker und
breiter, die Luft dafür dünner und stinkender. Als wir an Downtown
vorbeifahren müssen wir schon zweimal hinschauen, um die Hochhäuser
im Smog zu erkennen. Unglaublich groß ist Los Angeles. Dazu der
Blechlawinenverkehr und die graue Dunstglocke, die über der Stadt
schwebt. Bis jetzt habe ich noch nichts Schönes von der Stadt gesehen. (TB-Eintrag
vom 21.7.)
Nach der Übernachtung in einem Motel etwas
außerhalb der Stadt, verbrachten wir den gesamten nächsten Tag in den Universal Studios.
Was einem dort alles geboten wird, ist mit Worten fast nicht zu beschreiben.
Angefangen von einer interessanten Studiofahrt vorbei an dem „Psychohaus“,
„Zurück in die Zukunft-Rathaus“, „dem weißen Hai“, „Erdbeben“, und... Wie
gesagt man kann es gar nicht alles aufzählen. Zudem gibt es in den Studios noch
unzählige Stunt-Shows (Maimi-Vice,Western, Conen der Barbar) die man besuchen
kann.Insgesamt hat sich der Besuch im Studio sehr gelohnt, da man neben den
ganzen Shows auch als Zuschauer bei verschiedenen Programmaufzeichnungen
zusehen konnte. Der nächste Tag stand im Zeichen des Sightseeings: die Hollywood
Hills mit ihren spektakulären Villen mitten in den Bergen, der Sunsetstrip,
Beverly Hills, Melroseplace, das Chinese Theatre mit den original Handabdrücken
der richtig berühmten Stars und natürlich dem Walk of fame.Das sind auf verschiedenen Straßen verteilte Sterne
für angeblich berühmt Menschen aus Film, Funk und Musik. Naja, zum einen liegen
diese Sterne in sehr dreckigen und ungepflegten Straßen und zum anderen habe
ich so viele Namen auf den Sternen gelesen, die ich noch nie im Leben gehört
habe. Irgendwie scheint fast jeder Depp so einen Stern zu
bekommen!!
Was auf jeden Fall ein muß in L.A. ist, ist der Besuch der
Strände, allen voran „Venice Beach“. Eine Ansammlung von Touris, Bekloppten,
Sportverrückten, Gauglern, Jongleuren und natürlich unseren zwei Helden. Aber
es ist wirklich sehr interessant sich einfach ein Fahrrad oder Inliner auszuleihen und am Strand auf und ab zu
fahren und die Atmosphäre aufzusaugen. Sehr empfehlenswert!
"Seit
7 Tagen haben wir nun einen bewölkten Himmel. Hat es gestern morgen
noch geregnet, so haben wir heute Glück, denn es nieselt nur!!....und
so suchen unsere zwei strandhungrigen Burschen immer noch nach den
ersten warmen Sonnestrahlen. Werden sie jemals den Sonnenuntergang
über dem Pazifik sehen?" (TB-Eintrag vom 27.7.) "Endlich
ist sie da, die langersehnte Sonne. Wir werden deshalb auch die
nächsten Tage hier in Santa Cruz bleiben und uns am Strand vergnügen."
(TB-Eintrag vom 29.7.)
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| Und
dann ging es endlich nach San Francisco. Dort wohnten wir etwas außerhalb um uns die
teuren Motels in der Stadt zu ersparen.

Die Stadt selbst ist meiner Meinung nach die Schönste die
wir auf unserer Reise gesehen haben. Mehr noch als die Architektur besticht die
Stadt durch ihr multikulturelles Flair. Man findet hier fast alle Gruppierungen
( China Town, Russian Town, Japanese Town, etc) Und in dieser Stadt wurde ein
weitere Traum von mir, neben dem Grand Canyon, Wirklichkeit. Endlich überfuhren
wir die Golden Gate Bridge bei herrlichem Sonnenschein. Ein unbeschreibliches
Gefühl. Von den dahinterliegenden Bergen hat man dann auch einen wundevollen
Blick auf die Brücke und die dahinterliegende Stadt.
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| "Den
ersten Eindruck den ich von San Francisco habe ist toll. Wir sahen
von der Golden Gate Bridge Downtown und Alcatraz. Außerdem ist das
Wetter hier 15 Grad wärmer als sonst in San Francisco und heute
gab es einen neuen Hitzerekord. Ich denke das die Stadt noch viel
zu entdecken bietet!" (TB-Eintrag vom 31.7.)
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| Und
so war es auch: Die letzten Tage genossen wir mit Bummeln und Faulenzen
in der Stadt und im Golden Gate Park. Ich kann auch nur jedem empfehlen,
der an einem Wochenende in San Francisco ist, sich den Golden Gate
Park anzusehen. Überall trefen sich die Menschen zum BBQ oder zum
Sport. Einfach herrlich entspannend. Und durch Chinatown muß man!
Allerdings sollte man nicht auf der Hauptstraße entlang laufen,
sondern vielmehr ein paar Straßen neben der Haupt-Touristraße gehen,
denn da entdeckt man wirklich keinen anderen Menschen als kleine
Chinesen. Außerdem verschwinden die amerikanischen Schriftzeichen
an den Geschäften. Man fühlt sich wie in China!!
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| "Unglaublich,
dass 4 Wochen schon vorbei sind! Die vergangenen 4 Wochen waren
landschaftlich sehr beeindruckend für mich. Ich sah unglaubliche
Canyons, Bergpanoramen, Wüsten und schöne Städte. Über die Menschen
in Amerika kann ich nicht allzu viele sagen. Ích hatte aber den
Eindruck, dass sie zwar sehr nett, aber leicht oberflächlich sind.
Klasse war auch die Spontaneität, mit der Roland und ich die Reise
planten, bzw. überhaupt buchten. Manchmal ist es wirklich am Besten
ohne Reisführer in ein Land zu fahren und sich einfach treiben zu
lassen. Ich würde mir gerne vornehmen, die gleiche Reise in 5 Jahren
nocheinmal erleben zu können! Bis
dann Amerika"
(letzter Tagebucheintrag vom 5.8.1993)
Oliver
Teufel

Ergänzung:
nach unserer Rückkehr mußten Roland und ich noch mit dem Zug
nach Offenburg fahren. Am Offenburger Bahnhof standen dann aber
als Überraschung einige meiner Freunde und empfingen uns mit einem
selbstgedichteten Lied, das "Zurück aus Kalifornien" hieß
und auf die Melodie von "über den Wolken" gespielt wurde.
Sehr geil das Ganze! Im Anschluß ging es in unseren Garten, wo wir
dann die ganze Nacht (für Roland und mich wegen des Jetlegs kein
Problem) mit Schnitzel und Bier durchfeierten.
Thanks to all
my friends!!!
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